Ida…

Oktober 29, 2009 von turboprinzesschen

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Leben ist…

Oktober 29, 2009 von turboprinzesschen

…zu erkennen, dass es auch anders geht.

Auftragsmord trifft Schuldgefühl

September 1, 2009 von turboprinzesschen

SpinneSie da habe ich töten lassen. Sie da, die handflächengroß an der Kellerwand hockte und erstarrte, als ich mich ihr näherte. In ihrer Nähe saßen zwei andere, deutlich kleinere Artgenossen, die mich lange nicht so bedrohlich schockten. Töten konnte ich sie selbst aber nicht, so viel Angst hatte ich. Also besorgte ich mir einen Auftragskiller, den ich mit Fliegenklatsche ausgerüstet Richtung Monstrum schob. „Eigentlich tut sie doch nichts“, seine Worte, bevor ein lautes*Platsch* dem Ganzen ein Ende bereitete.

Recht hatte er, Spinnen machen nichts. Das hat auch schon meine Oma gesagt. Aber weniger eklig und Angst einflößend sind sie deshalb trotzdem nicht. Wenn nicht im Keller, wo sollen Spinnen dann leben dürfen? frage ich mich kurz nach der Tat. Vielleicht war sie die Ur-Spinnenmutter aller anderen dicken, haarigen, schwarzen Spinnen in unserem Keller. Vielleicht hatte sie heute Geburtstag und all ihre Kinder waren deshalb gekommen. Und dann ließ ich sie vor ihren Augen ermorden! Das können die doch ihr Leben lang nicht mehr verkraften. Und dann noch auf eine solch grausame Art. Zermatschen durch Klatschen…

Mein Auftragsmörder verfrachtete den Leichnam in die Mülltonne vor der Tür. Ein paar Minuten später vergewisserte ich mich durch einen zaghaften Blick hinein, ob die „Mutter“ wirklich tot war. Sie war es. Mausetot und eingeschrumpelt lag sie zwischen zwei Müllsäcken. Das Ende eines Spinnenlebens, das bis  zu sechs Jahren dauern kann, hab ich gelesen.

Etwa fünf Minuten später bin ich drüber weg. Ihre Kinder werden wohl noch länger brauchen. Vielleicht begehen sie ja Selbstmord…hoffentlich.

Zu alt für den Scheiß…

Juli 20, 2009 von turboprinzesschen

Komm, lass uns auf’s Hip Hop Open Minded nach Mannheim fahren. Komm, das wird sicher ganz witzig, vor allem, weil es jetzt so open minded ist und nicht nur Gangster da sind. Komm, wir holen uns auch ein Hotelzimmer, damit wir nicht irgendwo campen müssen (was da auch gar nicht möglich ist).

Angekommen, eingecheckt, Weg gecheckt, anderen Hip-Hop-Kidz (mit „s“ is uncool) nachgelaufen, Schloss Ehrenhof nach Zick-Zack-Kurs gefunden, gefühlte zwei Stunden angestanden, nicht richtig durchsucht worden, gebeten worden weiter zu gehen, erstes Gras gerochen, da.

Schöne Location, so zwischen den hübschen Schlossmauern, genug Essen, gute Sicht auf die Bühne und sogar eine extra Rollstuhl-Fahrer-Tribüne. Erste Grasleichen, Soundprobleme, ein Regenschauer, kuscheln unterm Regenschirm, nette Acts schauen. Xavier Naidoo leise ausbuhen, weil er nicht freestylen kann und seine Mod ständig singt, über eine neue Welt und Hip-Hop-Großväter „philosophiert“, die es hoffentlich nie nie nie geben wird.

Die Hip Hoper fangen irgendwann an den „Open-Minded-Acts“ den Stinkefinger zu zeigen und zu beweisen, wie limited minded sie in Wirklichkeit sind und dass sie sich vorm Kartenkauf den Namen des Festivals nicht richtig durchgelesen haben.

Alles halb so wild, bis das Bier wieder raus will. Es gibt Dixies und „normale“ Klos. Bei den Frauen mal wieder eine dreimal so lange Schlange, wie bei den Kerlen. Und wie immer trau ich mich trotzdem nicht, schnell zum anderen Geschlecht zu wechseln. Find ich ja eigentlich selbst doof, wenn das andere Mädels machen. Überall stinkts nach Chemieklo und Pipi. Ich warte…

Zeit was zu Essen: Pizza Mario, Hot Dogs, Crêpes, Brezeln, Käsestangen, Kebab und der resliche übliche Festival-Fraß. Alles teuer und nur semi-sättigend. Ich denke über Schweinegrippe nach und bin langsam angewidert von all den Leuten. Nicht nur, dass es fast nur HipHoper sind (gut, das war zu erwarten), sondern auch so viele Menschen überhaupt! Hier ein Rempler, da Schweißgeruch, zu enge Tops auf zu speckigen Körpern. Dann verträgt einer sein Gras nicht und liegt halbtot im Weg rum, wir müssen über ihn steigen und aufpassen nicht drauf zu treten. Überall wird rumgelungert und man kann selbst gegen Mittag schon nicht mehr stehen.

Am Nachmittag tut dann schon alles ab dem kleinen Zeh aufwärts weh und die Toleranzgrenze für alles andere sinkt gegen Null. Weil man aber Geld bezahlt hat und eigentlich ja auch die restlichen Auftritte sehen will, hält man eben doch noch durch bis elf.

Vor der Zugabe des Headliners suchen wir schon das Weite, das so weit zum Glück nicht ist. Nebeneinander her-schmerzend schweigen wir uns an. Nicht unzufrieden, aber in friedlicher Besinnung, dass das möglicherweise das letzte Mal war.

Grundschul-Amnesie: Teil 3 – Die Sport-Exhibitionistin

Mai 21, 2009 von turboprinzesschen

Bild_075aa1Ich weiß noch genau, als ich sie das erste Mal im Kindergarten sah und dann wieder in der Grundschule. Sie saß drei Reihen vor mir, war vorlaut, aber irgendwie mochte ich sie. Außer im Sportunterricht, denn da sah ich Dinge, die ich eigentlich überhaupt nicht sehen wollte. Scheinbar war sie ein anatomisches Wunder, denn sie hatte bereits in der zweiten Klasse kleine runde Äpfelchen (wobei man sagen muss, dass es keine von den Specktittchen waren, die kleine dicke rosa farbene Mädchen vor sich her schieben). Nein, es waren irgendwie richtige und auf die war sie scheinbar auch sehr stolz.

Deshalb trug sie zum Sportunttericht immer eine Radlerhose, ein weites T-Shirt und…keinen BH. Wir anderen Mädchen, die wir noch überhaupt keine Brüste hatten, steckten bei Übungen an der Sprossenwand, dennoch unsere T-Shirts in die Hosen. Sie jedoch ließ der Schwerkraft freien Lauf und zog ihr Shirt erst nach gefühlten zehn Minuten wieder hoch, so dass ihre kleinen Tittchen fröhlich hin und her baumelten. An die Reaktion unseres Sportlehrers kann ich mich nicht mehr erinnern, an die großen Augen und offenen Münder meiner Klassenkameraden aber sehr wohl. Es schien, als genoss sie den Moment, den sie seit dem ersten „Vorfall“ immer häufiger extra herbei führte. Auch wenn wir überhaupt nicht an der Sprossenwand turnen mussten, hing sie sich hin und wieder einfach so dran.

Was sie letztendlich, außer vielleicht Hängebrüsten, davon hatte, weiß ich bis heute nicht. Vor allem weil die Jungs Mädchen damals noch doof fanden und wir Mädchen Brüste und so nen Zeug irgendwie noch gar nicht wirklich haben wollten. Hätte sie ihre Nummer bei den Viertklässlern abgezogen, hätte ich die frühpubertäre Effekthascherei noch verstanden, aber so!

Heute sehe ich sie noch manchmal. Ihre Brüste sind seit der zweiten Klasse nicht mehr gewachsen…höchsten nach unten.

Leben ist…

Mai 18, 2009 von turboprinzesschen

…Ideale überdenken.

Moment mal

Mai 18, 2009 von turboprinzesschen

IMG_3399B „Den nächsten Moment, der kommt, genießt du aber mal“, denke ich mir. „Den kostest du so richtig aus, spürst die Magie des Augenblicks, so dass du noch Jahre später weißt, wie es sich in genau der Sekunde angefühlt hat“. Und dann kommt ein Moment und dann will ich genießen und dann schaff ich es wieder nicht und frag mich im Anschluss, wieso. Alles ist perfekt: der perfekte Ort, die perfekte Zeit, die perfekten Darsteller, die perfekte Kulisse – und doch kann ich es nicht. Ich bemerke, dass ich es nicht kann, strenge mich um so mehr an und brauche dafür alles in allem so lange, dass der Moment schon längst hinüber ist, bevor ich zuende gezweifelt habe.

Ja und genau die Momente, denen ich überhaupt nicht viel Beachtung schenke, die Momente, in die ich einfach so hineinschlittere, das sind die Momente, die noch Jahre später wirken. Die Momente, in denen ich vielleicht ein Stück lebendiger bin als sonst. Das sind genau jene Augenblicke, die sich in die Erinnerung brennen, ohne zu schmerzen, ihr Feuer behalten und Flammen schlagen, selbst wenn Wehmut sie verschüttet.

Grundschul-Amnesie: Teil 2 – Der Ninja-Giftzwerg

März 17, 2009 von turboprinzesschen

Er war deutlich kleiner als alle anderen und auch bösartiger, gefährlicher und fieser. Sein Markenzeichen: eine schwarze Lederjacke, wahlweise beige-schwarze Kinderjacke aus dem Aldi. Die, mit den zwei verschiedenen Stoffen – irgendwas zwischen Bomberjacke und Anorak. Eine von denen, die von Anfang an so aussehen, als könnte man sie in die Ecke stellen.

Auf mich hatte er es besonders abgesehen und begrüßte mich stets mit einem hämischen Grinsen und einem Schienbeintritt, manchmal mit einem Faustschlag in die Seite. Der Grund dafür waren wohl meine 1,60 Meter, mit denen ich die Meisten in meiner Klasse überragte. Mindestens genau so überragend war der Tag, an dem er seine Ninja-Stern-Sammlung mit zur großen Pause brachte und jedem Kind, das ihm auch nur in die Nähe kam drohte, es damit zu bearbeiten. Und spucken konnte er. Spucken, mit Ninja-Sternen drohen und ans Schienbein treten. Und alles so gut, als hätte leibhaftig er es erfunden. Mit den Metall-Dingern geworfen hat er aber eigentlich nie und er musste sie nie abgeben oder bekam Ärger. Dafür hatte ich immer blaue Schienbeine…ninjastern

Zirp, zirp, zirp

März 16, 2009 von turboprinzesschen

Ich will eine laue Sommernacht mit Akustik-Gitarren-Songs,  kaltem Bier, Freunden und Grillen-Gezirpe, bis ich seelig einschlafe und mich Vogelgezwitscher, warme Luft und ein dünner Sonnenstrahl wieder wecken…hach, schön!img_0384

Ich erinnere mich…

März 16, 2009 von turboprinzesschen

… an meine große Klappe und an den Augenblick, als du doch nicht kamst.